Sinfoniekonzert

Die unsichtbare Stimme

Richard Wagner 
»Siegfried-Idyll« E-Dur WWV 103

Jan Bilk 
»Stigma integrum concerto«

Korla Awgust Kocor 
Kantilene Nr. 3

Carolina Eyck
4. Satz »Metsa Happa« (»Springender Fluss«) aus »Fantasias« für Theremin und Streicher

Antonín Dvořák
»Waldesruhe« op. 68 Nr. 5

Franz Schreker
Kammersymphonie


»Eine Klangwelt voller Bewegung und Atmosphäre«
Im Gespräch mit der Thereministin und Komponistin Carolina Eyck

»Metsa Happa« lautet der Titel des 4. Satzes Ihrer sechsteiligen Komposition »Fantasias« für Theremin und Streichquartett bzw. Streichorchester. Was hat Sie zu dieser Komposition inspiriert und welche Klangbilder eröffnen sich dem Publikum?

Bei meinem Kompositionsprozess steht häufig zuerst die Musik im Mittelpunkt. Daraus entwickeln sich Bilder aus der Natur: ein Spaziergang durch den Wald, ein Fluss mit springenden Fischen, der Duft des Sommers und das Licht zwischen den Bäumen. »Metsa Happa« (übersetzt: »Springender Fluss«) entfaltet eine Klangwelt voller Bewegung und Atmosphäre, in der sich Naturerlebnisse und eine fast märchenhafte Stimmung verbinden.

Das Stück »Stigma integrum concerto« des sorbischen Komponisten Jan Bilk zeichnet sich durch expressive und lyrische Passagen in den Streichern aus. Welche Rolle kommt dem Theremin zu?

Das Theremin begegnet den Streichern nicht als fremder elektronischer Effekt, sondern als melodisches Instrument mit ganz eigener Ausdruckskraft. Durch seine gleitenden Übergänge und den gesanglichen Klang fügt es sich auf besondere Weise in die Streicherharmonien ein. So entstehen Klangfarben, die zugleich vertraut wirken und dennoch etwas Neues und Überraschendes in sich tragen.

Mit der Kantilene Nr. 3 von Korla Awgust Kocor erklingt ein weiteres Werk eines sorbischen Komponisten. Was macht es für Sie besonders, dieses Werk auf dem Theremin zu spielen?

An Korla Awgust Kocors Musik berührt mich die emotionale Tiefe seiner Melodien und Harmonien. Der warme Klang des Theremins verleiht den melodischen Linien in g-Moll eine besondere Intensität und macht die Ausdruckskraft der sorbischen Musik unmittelbar spürbar. Dadurch entsteht für mich eine starke Verbindung zur sorbischen Kultur.

 

Carolina Eyck gilt als weltweit führende Interpretin auf dem Theremin. 2015 wurde die deutsch-sorbische Musikerin und Komponistin mit dem Echo Klassik für die »Konzertaufnahme des Jahres« ausgezeichnet. Im Alter von 16 Jahren entwickelte sie ihre eigene Spieltechnik und veröffentlichte mit »The Art of Playing the Theremin« das erste umfassende Lehrwerk für das Instrument. Sie konzertierte in über 30 Ländern und spielte u. a. mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, den Brüsseler Philharmonikern und dem Argentine National Symphony Orchestra. 2022 trat sie bei den BBC Proms auf und ging 2025 mit dem Australian Chamber Orchestra auf Tournee. Carolina Eyck veröffentlichte mehrere Soloalben und widmet sich im Rahmen ihres Projekts »Theremin & Voice« der Komposition und Produktion von Filmmusik.
 

Sorbische Kammerphilharmonie

DIRIGENTIN Katharina Dickopf

THEREMIN Carolina Eyck

 

Aufführungen

TelefonTickets und Infos:(03591) 358 111ticket@sne-gmbh.com
08. Oktober 2026
19.30 Uhr
Bautzen, Deutsch-Sorbisches Volkstheater