Musikalischer Literaturabend

Posthum zum 80. Geburtstag des sorbischen Schriftstellers spürt der Abend in einer Collage aus Wort, Musik, Bild und Film dem reichen Schaffen Benno Budars (1946–2023) nach, das nahezu vier Jahrzehnte umfasst. Als Autor für Kinder und Erwachsene schrieb er Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke, Märchen und Liedtexte. Nach dem Abitur an der Erweiterten sorbischen Oberschule in Bautzen studierte er Slawistik in Leipzig. Nach dem Diplom 1969 war er zunächst als Lektor beim Domowina-Verlag in Bautzen tätig. Später redigierte er die ober- und niedersorbische Kinderzeitschrift Płomjo/Płomje. 2013 erhielt er den Ćišinski-Preis der Stiftung für das sorbische Volk.

Eine Auswahl seiner in sorbischer, teils auch in deutscher Sprache verfassten Gedichte und Prosatexte ermöglichen einen Einblick in das vielseitige Werk. Zahlreiche Fotos sowie Audio- und Videomitschnitte, in denen der Autor selbst aus seinen Büchern liest, ergänzen das Porträt und ermöglichen einen authentischen Blick auf den sorbischen Literaten.

In einem Medley des sorbischen Musikers und Komponisten Měrćin Weclich wird in den Liedern die Zusammenarbeit mit Benno Budar hörbar. Werke von Jurij Winar untermalen den biografischen Abend klangvoll. Es musiziert das Streichquartett des Sorbischen National-Ensembles. Die Texte lesen Philipp Budar, Enkel von Benno Budar, und die deutsch-sorbische Schauspielerin Majka Kowarjec.  

Humorvoll, aber durchaus ernst und nachdenklich und mit einer Brise Ironie und Optimismus gleichermaßen versehen, erzählt Benno Budar vom alltäglichen Leben der Menschen in Bautzen und in den Dörfern und Städten der Lausitz. Dabei berührt seine Poesie auch in ihrer volkstümlichen Sprache das Alltägliche. Der Umgang mit Sprache ist vom Klang der Silben und Reime inspiriert.

Seine Verbundenheit zu Natur und Landschaft wird zu einer Metapher für die Lebensgeschichte sorbischer Menschen. Die literarischen Arbeiten beschreiben vielmals soziale und gegenwartsgeschichtliche Themen.

Die Erzählung „So bin ich die Letzte“ (1981) bildet die literarische Vorlage für den DEFA-Kurzspielfilm „Unruhe | Wopyt“, der 1984 in der Regie von Toni Bruk gedreht wurde und auch an diesem Abend ausgestrahlt wird. Das Verschwinden der sorbischen Sprache, Traditionen und Gemeinschaft, wie es die alte Frau in ihrem Monolog gegenüber ihrem jungen Besucher schildert, ist ein wiederkehrendes Thema im Werk Benno Budars, der sich zeitlebens für die sorbische Muttersprache und Heimat und die Belange der Minderheit einsetzte. In den Worten der Frau mischen sich eine Spur Traurigkeit mit Frohmut. Dies ist charakteristisch für Benno Budar, dessen Poesie von einem heiteren Grundton getragen wird.

Der musikalisch-literarische Abend richtet sich an sorbisches wie deutsches Publikum gleichermaßen. Die sorbischsprachigen Texte werden ins Deutsche übertragen. 

Aufführungen

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19. März 2026
19.30 Uhr
SNE Bautzen