Carmina Burana

Carl Orff´s „Carmina Burana“ hat sich seit seiner erfolgreichen Uraufführung 1937 zu einem der erfolgreichsten Stücke des 20. Jahrhunderts entwickelt. Wahrscheinlich kennt jeder wenigstens den berühmten Eröffnungschor „O fortuna“, den man durchaus als Teil der Popkultur bezeichnen kann. Dem Komponisten ist mit dem Zyklus der große Wurf gelungen, die 24 Vertonungen mittelalterlicher Texte begeistern bis heute das Publikum.

Die mitreißende Rhythmik, die schillernde Instrumentierung sowie der archaische Klang haben bis heute nichts an Wirkung verloren, die Tonsprache des Werkes scheint zeitlos. Geschickt findet Orff einen Mittelweg zwischen Tradition und Moderne, den Schockmoment für das Publikum vor knapp 80 Jahren kann man noch erahnen.

Die sogenannten Kirchentonarten hatten auch schon Antonin Dvořák und Johannes Brahms wiederentdeckt. Aber erst Orff formte sie zu geradezu erschütternden Klangmomenten. Und so überrascht es nicht, dass sich die Minimalmusic ebenso wie die Filmmusik bis heute großzügig an seinen Klängen bedienen.

Die Kombination mit Detlef Kobjelas „Miniaturen“ zeigt einige Ähnlichkeiten in der Ästhetik beider Komponisten. Auch Kobjela kombiniert gekonnt historisierende Klangmomente mit rhythmisch eingängigen Passagen und rauer Instrumentierung. Seine Musik basiert jedoch auf der sorbischen/wendischen Volksmusik seiner Lausitzer Heimat, und weist damit auch Gemeinsamkeiten etwa mit Bela Bartoks musikalischem Denken auf. Kobjelas Musik ist keine Erfindung, kein artifizielles Konstrukt, sondern tief empfunden. Und gerade das macht ihre Unmittelbarkeit aus.

Mitwirkende:
Chor, Extrachor und Orchester des Sorbischen National-Ensembles
Chor Budyšin
Kammerchor Hoyerswerda
Mädchenkammerchor der KMS Bautzen
Solisten


Musikalische Leistung:
Andreas Pabst

Aufführungen

TelefonTickets und Infos:(03591) 358 111ticket©sne-gmbh.com
31. August 2019
18.30 Uhr
Mortka, Jakubzburg